Alltagsgeschichten | Ländliche Arbeit
Die zu einer Baugruppe passenden bepflanzten Äcker werden zwar nicht mehr mit den alten hölzernen Pflügen befahren, diese Objekte sind zu wertvoll, um noch benützt zu werden. Das Getreide wird zur Reifzeit aber noch von Hand mit der Sense geschnitten, mit der Gabel auf den Wagen geladen und später in der Tenne mit dem Flegel gedroschen. Obstbäume, die nicht viele Früchte tragen, aber einer alten Sorte angehören, lässt man stehen. Es ist auch erwünscht, solche Sorten rückzuzüchten oder erneut anzupflanzen, wenn man entsprechende Schösslinge oder Bäume erhält. Gegenwärtig gibt es im Museum fast fünfzig verschiedene Sorten von Obstbäumen. Selbstverständlich werden auch die vorhandenen Rebberge nach alter und in der Herkunftsregion üblicher Art betreut.

Das heutige Museumsgelände war früher im Eigentum von Bauern aus den umliegenden Dörfern. Sie hatten die Parzellen oft von ihren Vorfahren übernommen und bewirtschafteten sie teilweise mit modernern Methoden und Maschinen. Das hatte selbstverständlich Auswirkungen auf die Vegetation. Deshalb wird es längere Zeit dauern, bis die alten Zustände wieder hergestellt werden. Anfänglich konnten Landstücke, die das Museum nicht direkt selbst benötigte, an früheren Eigentümer verpachtet werden. Ihnen musste aber eine weniger Ertrag abwerfende Bewirtschaftung finanziell ausgeglichen werden.

Selbstverständlich gehören auch alte Tierrassen, wie unser früher Braunvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, zu den Höfen des Mittellands und der Voralpen, ebenso wie die kämpferischen Eringerkühe zur Walliser Baugruppe. Es ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe des Museums, den Besuchern diese Haustiere zu präsentieren. Dies erfordert äusserste Sorgfalt, einen grossen Aufwand und eine gute Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro Specie Rara.

Bauernhoftiertag am 20. Mai 2012 >> mehr