Nr. 1341 - 1345
Nur selten können im Freilichtmuseum wesentliche Bereiche einer ganzen Siedlung in ihrem originalen Bestand dargestellt werden. Mit der Übernahme der Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Alp Richinen ist es möglich geworden, eine Oberwalliser Hochgebirgsalp teilweise wieder aufzubauen und erlebbar zu machen.
Die Alp Richinen liegt über dem Dorf Bellwald auf 2000 Meter ü.d.M. Sie ist eine der wenigen Alpen im Goms, auf der Einzelsennerei betrieben wurde. Das Vieh wurde tagsüber von einem Hirten betreut. Am Abend kam jeder Bauer nach der Arbeit im Tal selbst auf die Alp, molk seine Kühe und verarbeitete seine Milch. Deshalb entstand auf der Alp Richinen ein Alpdörfchen, das die Struktur einer Talsiedlung widerspiegelt.
Um die religiösen Pflichten am Abend und am Morgen zu erfüllen, errichteten die Bauern eine Kapelle, die noch heute als einzige Zeugin des Alpdorfes in Richinen erhalten geblieben ist und ein Gnadenbild der «Maria zum Schnee» enthält.
Bis 1937 umfasste die Alp zwölf Senntümer, die sich auf gut 30 Hütten verteilten. Danach wurde die Einzelsennerei aufgegeben. Durch den Zusammenschluss kleinerer Senntümer bildete sich eine Genossenschaft. Die übrigen Sennhütten wurden in Ställe umgebaut. 1970 entstand eine neue Alphütte, die seither genossenschaftlich betrieben wird. 1984 beschloss die Alpkorporation, das langsam zerfallende alte Alpdörfchen zu beseitigen.
Ins Schweizerische Freilichtmuseum konnten fünf Hütten aus unterschiedlichen Epochen der wechselvollen Alpgeschichte übernommen werden.

