Berner Mittelland | Wirtshaus «Alter Bären» von Rapperswil BE (19. Jahrhundert)


Nr. 311
Dieses Gebäude musste 1974 in Rapperswil BE einem Postneubau weichen. Es wurde im Dorf allgemein als «Alter Bären» bezeichnet. Der «Bären» war ursprünglich ein Bauernhaus, das 1837 einen Anbau erhielt, in dem auch gewirtet wurde. Und so beherbergt das Gebäude heute eine Museumsgaststätte.

Wir haben den überlieferten Namen «Alter Bären» belassen, vor allem auch, weil diese Bezeichnung für Wirtschaften und Gasthäuser im Kanton Bern sehr verbreitet ist. In Wirklichkeit hat die zeitweilige Verwendung als Wirtshaus kaum noch Spuren hinterlassen. Bei seiner Übernahme ins Museum war das Gebäude ein einfaches Bauernhaus mit der für das Mittelland charakteristischen Teilung in Wohn- und Wirtschaftsbereich (Tenn, Stall, Scheune).
Unter der heutigen Gaststube liegt ein grosser, gewölbter Keller. Deutlich kommt zum Ausdruck, dass das Haus nachträglich einen Anbau erhielt, der als Wirtsstube diente. Von 1837 bis 1853 verfügten die Besitzer über eine Bewilligung zum Führen einer Speisewirtschaft.
Als einfacher Fachwerkbau belegt der «Alte Bären» die Schlichtheit der späten ländlichen Architektur im Berner Mittelland. An den Giebelseiten sind Viertelwalme vorhanden, die in der Berner Mundart als «Gerschilde» bezeichnet werden.

Das Ofenhaus von Oberwangen BE (Nr. 312) gehörte zu einer grossen Mühle. Es war mit einem Backofen, einem Dörrofen und einer Feuerstelle für den Wäschekessel ausgestattet.