Östliches Mittelland | Trotte von Schaffhausen SH (17. Jahrhundert)


Nr. 693
In einer Lohnliste aus dem Jahr 1482 ist eine Trotte erwähnt, die mit dem Vorgängerbau des vom Museum übernommenen Gebäudes identisch sein dürfte. Die Trotte, die dem Kloster «Paradis» in Schaffhausen gehörte, wurde jedoch zwischen 1743 und 1750 gänzlich umgebaut und erneuert.

Im Winter vor der Übernahme ins Museum stürzte das längst baufällige und für den Abbruch vorgesehene Gebäude ein. Beim Wiederaufbau musste deshalb die Dachkonstruktion gänzlich aus neuem Holz erstellt werden. Auch die Wände bestehen nicht mehr aus ihrem ursprünglichen Baumaterial, sondern aus Kalksandstein. Dieses Experiment ist nicht durchwegs geglückt und dürfte einmalig bleiben. Seither werden alle Steinbauten im Schweizerischen Freilichtmuseum mit originalen Materialien und überlieferten Bindemitteln wieder aufgebaut. Vom ursprünglichen Bau stammen jedoch alle gehauenen Steine und die Fresken im Innern.

Das abgesehen von einigen Lüftungsschlitzen fensterlose Gebäude besitzt zwei Eingänge, wobei das grosse Haupttor ein zum Spitzbogen ausgeformtes Sandsteingewände aufweist. Der Boden ist mit Tonplatten belegt. Auf einer kleinen Wandfreske sind die Trottengenossen des Jahres 1750 vermerkt. Das eigentliche Prunkstück dieser Trotte ist eine Baumpresse von Fläsch GR. Sie wiegt 2,5 Tonnen und trägt die Jahreszahl 1695.