Im Jahr 2000 konnte das Freilichtmuseum Ballenberg eine komplette Hutmacherwerkstatt übernehmen. Sie hat ihr neues Zuhause im Wohnhaus Villnachern AG(211)gefunden. Die Werkstatt stammt aus Wohlen und gehörte der Hutmacherfamilie Isler. Bis ins Jahr 1996 fertigte Hans Isler mit den gezeigten Werkzeugen und Maschinen Zehntausende von Hüten, die seine Frau Marie Isler ausstattete und im eigenen Laden in Wohlen verkaufte. Seit der Saison 2002 ist die Hutmacherwerkstatt im Museum wieder in Betrieb, an einigen Tagen in der Woche kann man den Hutmacherinnen und Hutmachern bei der Arbeit zuschauen. Die Hüte stehen im Museum zum Verkauf (Werkstatt oder imLaden im Haus Ostermundigen).
In früheren Jahrhunderten trugen die Bauersleute oft Hüte, die Palette reichte vom einfachen Tuch über den Filzhut bis zum vornehmen, in tagelanger Handarbeit angefertigten Trachtenhut. In der Werkstatt wurden vor allem Filz, Stroh und verschiedene Geflechte verwendet. Der typische «Schweizerhut» entsteht, indem eine Strohborte auf der Strohnähmaschine zusammengenäht wird. Von der Mitte ausgehend wird nach aussen gearbeitet. Die klassische Strohborte wird von Hand geflochten, auch heute noch. Im 19. Jahrhundert war Wohlen die Hochburg der Strohindustrie in der Schweiz. Die Bauersfamilien in der Umgebung setzten auf die Strohproduktion und flochten in aufwendiger Heimarbeit Strohborten.
Auch für die Herstellung von Filzhüten ist die originale Ausstattung der Werkstatt erhalten geblieben. Für Filzhüte wird in einem Dampfkessel Wasser erhitzt, das anschliessend zischend und dampfend auf die Hutpresse geleitet wird. Es ist ein eindrückliches Spektakel, wie aus Filzrohlingen wohlgeformte Herren- und Damenhüte entstehen.